... den Einwohnern das sorgenreiche Dasein zu erleichtern und zu verschönern. 

Diese Worte finden wir in einem Dankesbrief vom 28. Juli 1923, in dem sich die "Musikkapelle Frohsinn Heimsheim" bei dem nach Amerika ausgewanderten ehemaligen Mitbürger Karl Schäfer für die Spende von 1 Dollar bedankt. Weiter heißt es, dass damit zuerst der Abmangel der Vereinskasse gedeckt und vom Rest einige Notenständer angeschafft werden sollen. 

 

Auch wenn unsere heutige Zeit nicht mehr von den Sorgen geprägt ist wie damals, als Lebensmittelknappheit und Inflation herrschten, so passen diese Worte sinngemäß doch auch noch in unsere Zeit. Denn Musik wird in der Regel nicht "im stillen Kämmerlein" gemacht, sondern zur eigenen und zur Freude anderer. So darf sich eine Gemeinde glücklich schätzen, wenn ein Musikverein da ist, der zur Verschönerung von öffentlichen Anlässen und Festlichkeiten beiträgt. 

Wenn ein solcher Verein darüber hinaus in der Lage ist, Konzerte von hohem musikalischem Niveau zu geben, wie es beim Musikverein Stadtkapelle Heimsheim heute der Fall ist, so sind es nun einmal gerade die Einwohner, denen die Existenz einer guten Musikkapelle zugutekommt. 

Doch zurück zu den Anfängen unserer "Musikkapelle", und was damals eigentlich passierte.

 

Erster Vereinsname "Musikkapelle Frohsinn"

Man hat das Jahr 1919 sinnvollerweise als das eigentliche Gründungsjahr der damals noch sogenannten Musikkapelle Heimsheim genannt. In diesem Jahr, nachdem man die Folgen des 1. Weltkrieges zwar noch nicht übersehen konnte, selbigen aber doch schnell vergessen wollte, taten sich einige jüngere und ältere Musikkameraden ernsthaft zusammen und gründeten mit viel Idealismus eine Kapelle unter dem Namen "Musikkapelle Frohsinn". Diese waren: Ernst Ziegler, Gottfried Flick, Gottlob Rössle, Friedrich Götz, Wilhelm Kiehnle, Friedrich Reich, Gustav Volle und Gottlob Reich. Die Gründungsversammlung fand im "Gasthaus zur Traube" statt.

Diese Männer beherrschten offensichtlich jeder schon ein Instrument. So ist zum Beispiel bekannt, dass Gottlob Rössle, Gottfried Flick und Friedrich Reich häufig Tanzmusik im "Biet" machten.

Es hat allerdings schon vor dem 1.Weltkrieg, ja sogar vor 1900, eine vermutlich kleinere Gruppe von Musikern gegeben, die gemeinsam musizierten.

Der erste Hinweis auf die Existenz einer Musikkapelle in Heimsheim ist im Protokollbuch des Gesangvereins Liederkranz Heimsheim zu finden. Es ist dort im Jahre 1895 von einer "hiesigen Musikkapelle" die Rede, die vor einem Festzug zur Uhlandlinde am Heimsheimer See marschierte.

Das erste Protokollbuch der 1919 gegründeten Musikkapelle ging leider, vermutlich im 2. Weltkrieg, verloren. Das zweite Buch wurde erst wieder ab 1928 geführt. Daher ist über die Aktivitäten aus den Jahren 1919-1928 keine lückenlose Beschreibung möglich.

So geht zum Beispiel aus einer Beitragsquittung aus dem Jahre 1920 hervor, dass die Kapelle gleich so ziemlich von Anfang an dem Bezirksmusikerverband mit Sitz in Leonberg beigetreten sein musste.

Am 14. März 1920 fand in Heimsheim eine Begrüßungsfeier für heimgekehrte Kriegsteilnehmer statt. Neben anderen Vereinen war hier auch die im Jahr zuvor gegründete Musikkapelle vertreten. In einem Zeitungsausschnitt heißt es: "Die Feier war umrahmt von zahlreichen, sehr schön vorgetragenen Gesängen des Liederkranzes und des Jungfrauenvereins unter ausgezeichneter Leitung des Oberlehrers Krauß und durchflutet von den Klängen unserer jungen Musikkapelle, die unter der meisterhaften Führung ihres Dirigenten, Herrn Hauptlehrer Ochsenwadel, Anerkennenswertes geleistet hat".

Es ist bekannt, dass der Lehrer Gottlieb Ochsenwadel selbst kein Blasinstrument beherrschte. Er spielte Geige, mit welcher er in den Musikproben den Musikern die Melodien vorspielte, was diese dann mit ihren Blasinstrumenten nachzuspielen hatten und gab Unterricht in Notenlehre. Da in diesen Jahren fast jeder erwachsene männliche Bürger in Heimsheim auch Mitglied bei der Feuerwehr war, lag es nahe, die Musikkapelle als Feuerwehrkapelle zu bezeichnen, was vermutlich im Jahr 1922 auch öffentlich bekannt gemacht wurde. Die schmucken Uniformen der Feuerwehr eigneten sich vorzüglich, der Musikkapelle ein eindrucksvolles Äußeres zu verleihen.

In den Jahren nach 1920 herrschte, was die Bezeichnung der Musikkapelle anbelangt, damals doch etwas Verwirrung. So wird im Laufe eines Jahres, und zwar 1923, die Musikkapelle vom damaligen Stadtschultheiß Völmle als "Posaunenchor" zur Einweihungsfeier des Gefallenendenkmals eingeladen, der Musikverein Rutesheim schreibt einen Brief an die "Feuerwehrkapelle" und sich selbst bezeichnet die Kapelle als "Musikkapelle Frohsinn". Der Anschluss an die Feuerwehr war, wie die eigene Bezeichnung beweist, offensichtlich nicht allzu ernst genommen worden.

5 Millionen Mark für ein Klavier

Das Verhältnis zwischen Gesangverein und Musikverein war, wie auch heute noch, schon damals ein sehr gutes. So hat sich im Jahr 1923 die Musikkapelle finanziell an der Anschaffung eines Klaviers, welches der Gesangverein benötigte, mit 2.170.000 Mark beteiligt. Das Klavier wurde in Winnenden erworben und kostete "5 Millionen Mark, 2 Zentner Weizen und 200 Eier."

Ob das damals vertraglich abgesicherte unentgeltliche Benützungsrecht jemals in Anspruch genommen wurde, ist nicht bekannt, jedenfalls ist auch in späteren Aufzeichnungen nie davon die Rede.

Dem Protokollbuch ist zu entnehmen, dass man erstmals im Jahre 1929 begann, passive Mitglieder anzuwerben. Interessant ist ferner, dass damals neue Mitglieder, die noch kein Musikinstrument beherrschten, einen Geldbetrag an denjenigen zu leisten hatte, der sie einschulte, bis sie in der Lage waren, in der Kapelle mitzuspielen.

Im März 1930 schaffte sich der Verein eine neue Uniform an, da die Feuerwehruniform aufgrund zahlreicher Aktivitäten doch schon beachtlich in Mitleidenschaft gezogen war.

Für die Versammlungen hatte der Verein zwischen den beiden Weltkriegen kein spezielles Stammlokal. Man tagte, sicher um keinen der ortsansässigen Gastwirte zu verärgern, in schöner Abwechslung einmal in den "Drei Königen", im "Waldhorn", im "Lamm", in der "Traube" und später im "Gasthof Rose", "Gasthof Krone", "Gasthof Hirsch" und im "Ochsen". Als Übungsraum diente "die alte Kinderschule", womit die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des nordwestlichen Teiles des Graevenitz'schen Schlosses gemeint waren.

In einem Brief "an den wohllöblichen Gemeinderat" aus dem Jahr 1923 bewarb sich die Musikkapelle um die Möglichkeit der Benutzung dieser Kleinkinderschule, was ihr auch gewährt wurde. Eine Notiz im Protokoll aus dem Jahr 1931 besagt, dass man auf Antrag von Gottlob Rössle wegen der Benützung dieser Kleinkinderschule beschloss, "den Kindern jedes Jahr einmal eine Brezel zu überreichen". Der Verein war in den Jahren 1931-1935 relativ aktiv. So gehörten in dieser Zeit Platzkonzerte oder Konzerte im Schlosssaal schon fast zu selbstverständlichen Veranstaltungen.

Das Spielen am Altjahresabend an verschiedenen Stellen des Städtchens ist eine seit damals bis heute gut erhaltene schöne Sitte, die den Einwohnern viel Freude bereitet.

Immer dann, wenn der Verein in den Nachkriegsjahren bei festlichen Anlässen anderer Vereine mitwirkte, spielte bei den Preisverhandlungen der Punkt "Getränke" eine wichtige Rolle. So wurde im Protokollbuch aus dieser Zeit regelmäßig darauf hingewiesen, wie viele Gläser Bier, außer der finanziellen Vergütung für den Verein, den Musikern zuteilwurden. Meistens waren es nur 1 oder 2 Gläser. Als sich die Zeiten etwas gebessert hatten, liest man des Öfteren, dass eine "freie Zeche" ausgehandelt wurde.

Nicht immer, besonders wenn es nur um Tanz- und Unterhaltungsmusik ging, war die Anwesenheit eines Dirigenten erforderlich beziehungsweise für den Festveranstalter erschwinglich, da für Dirigenten jeweils ein gesondertes Honorar vereinbart werden musste. Bei öffentlichen Veranstaltungen mit politischem Charakter in der Zeit von 1933-1939 wurde in der Regel auf die Anwesenheit eines Dirigenten nicht verzichtet.

Die erste Veranstaltung in Form eines Sommerfestes des Musikvereins war am 26. August 1934, bei der der Wettergott allerdings nicht ganz mitspielte. Man sprach aber von einem recht schönen Verlauf.

In den Jahren ab 1934, es war die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft, mehrten sich öffentliche politische Veranstaltungen. Der Musikverein spielte neben seinem Mitwirken bei Festlichkeiten anderer Vereine, auch an Feiertagen wie "Tag des deutschen Handwerks, Tag des deutschen Bauern, Tag der nationalen Arbeit, politischen Kundgebungen und Heldengedenktagen". Erwähnenswert ist der feine Unterschied in den Formulierungen des Protokollbuches, wo es bei derartigen Anlässen heißt "wir hatten zu spielen ...", während man sonst immer schrieb "wir spielten ...".

Die allgemeine Euphorie der Jahre vor Ausbruch des 2. Weltkrieges spiegelt sich auch sehr deutlich in den Aktivitäten des Vereins wieder. Man feierte gerne, und Gelegenheiten gab es reichlich dazu. So brachte es der Musikverein im Jahr 1937 auf 15 musikalische Auftritte und im Jahre 1938 ebenfalls auf 15 sowie 2 Mitwirkungen bei Beerdigungen.

Als am 1. Mai 1938 von der Partei zur abendlichen Tanzmusik in der Turnhalle "einfache Schallplatten" genommen wurden, waren die Musiker ziemlich verärgert. Wörtlich heißt es: "... da nahm die Partei zum Tanz in der Turnhalle Schallplatten, was bei den Musikern große Erregnis brachte und viel kritisiert wurde".

Als am 1. September 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach, mussten gleich einige Mitglieder zum Heeresdienst. Man war gezwungen, vorläufig mit den Proben auszusetzen. Der nächste Auftritt war dann erst wieder zum Weihnachtsfest in der Kirche, für welches die eingezogenen Mitglieder Urlaub bekommen hatten. Der Verein bestand um diese Zeit aus 14 aktiven und 35 passiven Mitgliedern.

In den Jahren 1940-1945 wurde zwar immer wieder einmal Musik gemacht, aber es waren fast nur traurige Anlässe, zu denen gespielt werden musste ... "Ich hatt' einen Kameraden".

Der schwärzeste Tag

Der schwärzeste Tag dieses Jahrhunderts in der Heimsheimer Geschichte, der 18. April 1945, bei dem nahezu alles zerstört wurde, war auch der Grund dafür, dass nach Ende des Krieges das Vereinsleben nicht gleich wieder beginnen konnte. Der größte Teil der Instrumente und Noten war vernichtet oder entwendet worden.

Wenn von Kameradschaft unter Musikern gesprochen werden kann, so konnte man dies besonders in dieser schwierigen Nachkriegszeit, als der Musikverein Malmsheim zugunsten des Heimsheimer Vereins eigens ein Konzert in der Turnhalle abhielt, bemerken. Nach diesem Konzert, welches am 14. Februar 1949 stattfand, konnte auch bald eine Gründungsversammlung am 5. März 1949 im "Gasthof Hirsch" stattfinden. Unter anderem heißt es im Protokoll, daß zum Schluß noch einige junge Mitglieder in den Verein aufgenommen wurden.

Ein im Jahr 1949 von Fabrikant Hugo Kunzi aus Feuerbach gestifteter Es-Bass ist in der Kapelle heute noch im Einsatz.

Der Kassenbestand war in diesen Nachkriegsjahren regelmäßig zu beklagen. So war man froh darüber, die Bewirtschaftung anlässlich eines Kinderfestes am 3. Juli 1949 übernehmen zu können, wobei das Loch in der Kasse etwas kleiner wurde. Erwähnenswert ist ferner die Mitwirkung beim Richtfest des nach altem Stil neu erbauten Rathauses am 12. November 1949, worauf am 19. August 1949 die Einweihung folgte, bei dem der Musikverein ebenfalls für den musikalischen Rahmen sorgte. Mangels geeigneter Räumlichkeiten und dem Vorrecht des Turn- und Spielvereins auf die Belegung der Turnhalle, musste die Weihnachtsfeier des Musikvereins ab und zu in die ersten Tage des neuen Jahres verlegt werden, was aber nicht daran hinderte, den Abend mit stimmungsvollen Weihnachtsliedern zu verbringen. Der bei vielen Musikern noch wegen seiner "mitreißenden Ansprachen" gut bekannte damalige Landesleiter der Musikvereine, Raimund Wolf aus Weil der Stadt, hob bei einer solchen Feier im Jahr 1951 die guten Leistungen der Heimsheimer Musiker hervor und konnte 4 aktive Musiker mit der Ehrennadel für 30-jährige aktive Tätigkeit auszeichnen. Es waren dies Gottlob Rössle, Ernst Ziegler, Karl Maurer und Hugo Brodbeck. Auch ein Theaterstück "Wenn Du noch eine Mutter hast" wurde von Vereinsmitgliedern erfolgreich ausgeführt.

Der Bestand der Vereinskasse ließ in der Folgezeit immer noch sehr zu wünschen übrig und der Heimsheimer Musikverein galt unter den Vereinen des Kreises als der "notleidendste" Verein. Zu erwähnen ist, dass im Jahr 1951 vom Verein eine Tanzkapelle gegründet wurde, für die bald darauf eine "Jazz-Trompete" angeschafft wurde. Dies war eine solche Besonderheit, dass man dies protokollarisch festhalten ließ.

Das im Jahr 1952 stattgefundene Kreismusikertreffen wird vom Ablauf als auch vom Kassenerfolg als äußerst positiv bezeichnet. Es handelte sich dabei um die erste größere Veranstaltung nach dem 2. Weltkrieg, von welcher natürlich der Sieg bei einem Fußballspiel des Musikvereins gegen die Gemeindeverwaltung in Höhe von 5:3 Toren nicht unerwähnt bleiben darf. Dass es bei diesem Spiel nicht ganz zimperlich zuging, mag die Verletzung des Gemeinderates Grieshaber verdeutlichen, der sich dabei die Hand gebrochen hatte. Anlässlich dieses Kreismusikertreffens trat der Verein wieder erstmalig nach dem 2. Weltkrieg, in einheitlicher Kleidung auf: blaue Hemden mit Stadtwappen am linken Arm, schwarze Fliegen und dunkle Hosen.

Im Frühjahr 1953 gab es zwischen dem Musikverein und dem damaligen Stadtpfarrer Weiß ziemliche Differenzen, was dazu führte, dass der Musikverein das Musizieren bei kirchlichen Anlässen über Jahre hinweg einstellte. Erst im Jahr 1972 wirkte der Musikverein wieder bei einem Gottesdienst mit und auch bei späteren Anlässen, wie z.B. bei der Investitur von Pfarrer Dr. Brandt.

Die folgenden Jahre brachten keine besonderen Vorkommnisse, die eine nähere Beschreibung erforderlich machen. Man probte regelmäßig, ab Herbst 1956 im Schleglerkasten, spielte auf Sommerfesten im Ort und auswärts, machte Ausflüge und selbstverständlich war der Musikverein beim 50-jährigen Jubiläum des TSV für den musikalischen Teil verantwortlich.

Ein wenig Sorge hatte man immer dann, wenn es an Neuwahlen ging. Jemanden zu finden, der das nicht immer leichte Amt des 1. Vorsitzenden übernehmen wollte, war mitunter nicht ganz leicht.

Der 3. April 1960 war wieder ein besonderer Tag. Der Musikverein stellte mit einem Konzert in der Turnhalle seine neue Uniform vor. Nachdem er für die ersten Musikstücke nochmals in der alten Uniform auf der Bühne war, gab es großen Beifall, als man nach kurzer Pause in der neuen farbenprächtigen Trachtenuniform auf hell erleuchteter Bühne weitere Musikstücke zum Besten gab. Für die Farbe der Uniform hatte man sich am Stadtwappen (grün/gold) orientiert und trug gelbe Hemden, grüne Westen und schwarze Hosen - die Farben, die auch heute noch die Uniform prägen.

Der Verein setzt auf die Jugend

Eine für den Verein ganz entscheidende Veranstaltung war das Musikfest vom 23.-25. September 1961. Als man sah, wie die Jugendkapelle aus Ittersbach von der Heimsheimer Bevölkerung bestaunt und begeistert mit Beifall bedacht wurde, insbesondere auch von der Heimsheimer Jugend, konnte man schon ahnen, dass sich in Sachen Nachwuchsentwicklung hier etwas entwickeln würde. Als dann bei diesem Fest vom Vorsitzenden Walter Mouris öffentlich bekannt gegeben wurde, dass man ebenfalls eine Jugendkapelle gründen wolle, meldeten sich innerhalb weniger Tage rund 30 Kinder aus Heimsheim dazu an.

Wenn man bis dahin mit dem Nachwuchs über Jahre hinweg Sorge hatte, so befand man sich plötzlich in einer ganz neuen Situation. Die Jugendkapelle wurde noch 1961 gegründet, eine angemessene finanzielle Unterstützung wurde von der Stadtverwaltung gewährt, und als Patenverein wurde die Jugendkapelle Ittersbach auserkoren. Schon ein Jahr später konnte sich diese neu gegründete Jugendkapelle beim Sommerfest der Öffentlichkeit präsentieren und fand große Anerkennung.

Um den Musikerbestand der älteren Musiker war es in diesen Jahren nicht besonders gut bestellt, sodass man bald darauf, und insbesondere im Jahr 1965, die Jungmusiker in die aktive Kapelle übernahm.

In diesem Jahr fand auch das 1000-jährige Jubiläum der Stadt Heimsheim statt, bei dem der Musikverein anstrengende Tage hatte.

Bei der Hauptversammlung am 3. April 1965 erklärte sich Rolf Klingel bereit, "für ein Jahr" das Amt des 1. Vorsitzenden zu übernehmen. Mit großem Engagement gelang es ihm, eine Anzahl von Musikern, die dem Verein schon zum Teil den Rücken gekehrt hatten, wieder zusammenzuführen. Insbesondere seiner Initiative ist es zu verdanken, dass man in den folgenden Jahren der Mitgliederwerbung und Jugendausbildung ganz besondere Aufmerksamkeit schenkte. Mit der positiven Entwicklung der Mitgliederzahlen stieg auch der Leistungsstand der Kapelle, sodass bei verschiedenen Wertungsspielen in der Folgezeit mehrfach ein 1. Rang in der Unterstufe belegt werden konnte. Im Juni 1968 wurde bereits ein 1. Rang in der Mittelstufe erspielt. Zu erwähnen ist in diesem Jahr auch die Ergänzung der Uniform durch Jacken. Erstmalig erhielt der Verein unter der Vorstandschaft von Herrn Klingel auch eine Satzung und wurde am 7. März 1966 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Leonberg eingetragen, was für die Frage der Haftung ja äußerst wichtig war.

Im Vereinsleben folgten mehrere Höhepunkte. Es wurden Verbindungen zu ausländischen Musikvereinen aufgenommen, was dazu führte, dass im Juni 1968 erstmals eine ausländische Kapelle, die Trachtenkapelle Längenfeld aus Tirol in Heimsheim gastierte. Weitere Besuche und Gegenbesuche zu befreundeten ausländischen Kapellen folgten.

Im Oktober 1970 konnte man den Musikverein Stadtkapelle Heimsheim auch im Süddeutschen Rundfunk hören. Bei verschiedenen Wertungsspielen erreichte der Verein immer wieder einen 1. Rang in der Mittelstufe. Am 12. Juli 1970 hat es der Verein geschafft, innerhalb eines Tages auf drei verschiedenen Musikfesten aufzutreten.

1978 konnte der Verein den Dirigenten Jürgen Haug aus Malmsheim gewinnen, der sich im Gegensatz zu früheren Dirigenten, die gewöhnlich mehrere Vereine betreuten, ausschließlich der Stadtkapelle Heimsheim widmete. Ihm ist es zu verdanken, dass das Orchester um weitere Instrumente ergänzt wurde. So gehörten damals zum ersten Mal Kesselpauken, Flöten, Saxofone und eine Lyra zur Kapelle.

Am 20. Oktober 1979 hatten die "Original Schleglermusikanten" Premiere. Es handelte sich dabei um eine kleine Besetzung von ca. 20 Musikern, die Tanz- und Unterhaltungsmusik spielten. Die Gründung dieser Formation war unter anderem sinnvoll, da die Stadtkapelle Heimsheim mittlerweile zahlenmäßig eine Größenordnung angenommen hatte, die es nicht immer erlaubte, an gewissen Veranstaltungen teilzunehmen.

Die unter der Leitung des Vorsitzenden Rolf Klingel und des Dirigenten Jürgen Haug zu verzeichnende Aufwärtsentwicklung des Vereins fand unter anderem am 1. April 1982 ihre Würdigung in der Verleihung der "Fördermedaille in Gold am Bande" vom Blasmusikververband Baden-Württemberg. 1983 erzielte die Stadtkapelle beim Wertungsspiel in der Oberstufe einen 1.Rang mit Belobigung.

Um die immer größer werdenden Feste besser und vor allem effektiver organisieren zu können, wurde 1984 ein ständiger Wirtschaftsausschuss gebildet. Im selben Jahr richtete der Musikverein anlässlich seines 65-jährigen Vereinsjubiläums das Kreismusikfest in Heimsheim aus. Bei diesem 3-tägigen Fest konnte das neu gegründete Gremium seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Mit der Heimsheimer Marsch-Hitparade, der Nachfolgeveranstaltung des Frühjahrskonzertes, landete der Verein einen vollen Erfolg bei seinem Publikum. 1987 konnte die Stadthalle bei dieser Veranstaltung erstmals bis auf den letzten Platz gefüllt werden. So wurde es sogar notwendig, auf der Empore zusätzliche Tische aufzustellen, um dem Andrang gerecht zu werden.

Der Verein war auch in dieser Zeit nicht nur in musikalischer Hinsicht erfolgreich: beim Heimsheimer Hallenfußballturnier errang die Auswahl des Musikvereins den Turniersieg um den Schleglerpokal.

Wiedersehen mit einem ehemaligen Dirigenten

Rolf Eisenhardt übernahm die Vertretung des wegen schwerer Krankheit in Kur gegangenen Dirigenten Jürgen Haug.

Zu Beginn des Jahres 1989 stellte sich Horst Bartmann als Nachfolger für den scheidenden Dirigenten Jürgen Haug vor. Seine etwas andere Art der Musikauffassung verlangte von den Musikern verstärkten Einsatz bei der Probenarbeit und auch beim Probenbesuch. Die Ergebnisse ließen allerdings nicht lange auf sich warten: Das erste Jahresabschlusskonzert unter seiner Leitung wurde mit großer Anerkennung in der Heimsheimer Bevölkerung aufgenommen. Neu waren nicht nur die Klänge, sondern auch die durch eine aufwendige Bühnendekoration aufgewertete Präsentation. Die nachfolgenden Konzerte errangen auch im weiteren Umfeld der Stadt Heimsheim immer größere Beachtung und führten zu einem bis dahin noch nie da gewesenen Publikumsandrang.

Nicht nur im musikalischen Bereich gab es in den letzten Jahren große Veränderungen.

Nach 27 arbeitsreichen Jahren an der Spitze des Musikvereins legte zum Bedauern Vieler der langjährige 1. Vorsitzende Rolf Klingel sein Amt nieder. Als Würdigung seiner großen Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt.

Die Höchststufe ist erreicht

Im März 1993 fand das Vorwärtsstreben der Kapelle seinen wohlverdienten Lohn mit dem Erreichen der Höchststufe. Das Selbstwahlstück "Titanic" ebnete den Weg zu einer guten Bewertung.

Mit den musikalischen Erfolgen der letzten Jahre, dem hohen Mitgliederstand insbesondere bei den Jugendlichen, sowie dem Engagement von Vorstand und Dirigent und den guten Leistungen der Musikerinnen und Musiker kann sich der Musikverein Stadtkapelle Heimsheim sicher sein, dass er auch in Zukunft der ihm gestellten Aufgabe zur Pflege und Erhaltung der Volksmusik in vollem Umfang entsprechen wird und für die Stadt zu den tragenden Elementen des kulturellen Geschehens gehört.

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